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5 Tipps zu Wanderungen im Herbst

Wandern gehört in Lappland zu den beliebtesten Aktivitäten im Herbst. Ruska ist die Zeit, in der sich die Bäume verfärben und die Heide- und Beerensträucher über Nacht erröten. Es ist eine wahre Farbexplosion, vergleichbar mit dem Indian Summer in Kanada.

 

Wer in dieser Zeit als Wanderer unterwegs ist, kommt in den Genuss eines wunderbaren Farbenspiels der Natur. Es gibt allerdings auch ein paar Dinge zu berücksichtigen. Hier meine fünf persönlichen Tipps für euch.

1 - sich von Rentieren fernhalten

Santas pelzige Rentiere sind doch zum Knuddeln süss!!

Ja, aber nicht während der Paarungszeit. Und die findet von September bis Oktober statt. In dieser Zeit verlieren die Rentiere ihren Pelz am Geweih und es wird aufgrund der stoppenden Durchblutung steinhart. Die Bullen mit den riesigen Geweihen kämpfen um die Gunst der Weibchen. Die Männchen werfen ihr Geweih nach der Paarung ab.

 

Mit den Bullen ist in dieser Zeit nicht zu spassen! Sie können sehr aggressiv sein und das Geweih ist eine gefährliche Waffe. Den sonst absolut friedlichen Tieren sollte man in dieser Zeit aus dem Weg gehen.

 

Die Weibchen behalten ihr Geweih bis zur Geburt der Kälber im Mai. Auch zu den Weibchen sollte man im Herbst genug Distanz halten, denn auch sie können aggressiv agieren.

2 - bunte, grelle Kleidung tragen

Herbstzeit ist Jagdzeit. Die Jagd beginnt in Lappland jeweils am 01. September. Besonders beliebt bei Jägern sind Elche und Bären. Beide Spezien sind begrenzt zum Abschuss freigegeben. Jede Jagdgruppe erhält ein Kontingent. Die Jagdgebiete erstrecken sich über alles Land, was nicht zu den Nationalparks gehört.

Wer also ausserhalb der Pfade der Nationalparks unterwegs ist, sollte unbedingt bunte, grelle Kleidung tragen. Leuchtgelb oder orange eignen sich hervorragend. Noch besser ist eine Leuchtweste, damit man wirklich gut sichtbar ist. Dies gilt übrigens auch für Biker!

3 - Lärm

In der so tollen, ruhigen Natur Lärm zu machen, klingt irgendwie komisch. Hat aber ihren Grund.

Bären sind im Herbst unterwegs auf Futtersuche und legen teils grosse Distanzen zurück. Sie sind zwar eher dämmerungs- und nachtaktiv, trotzdem sollte man in Gebieten, in denen Tiere gesichtet wurden oder in denen Bären gewiss vorkommen, auch tagsüber vorsichtig sein. Besonders Weibchen mit Nachwuchs sind aggressiv. Bären sind eigentlich ausgesprochen scheu und meiden den Menschen wenn immer möglich. Wer auf Nummer sicher gehen will, sorgt beim Wandern in abgelegenen Gebieten stetig für etwas "Lärm". Eine Glocke am Rucksack, ein laut klimpernder Schlüsselbund, mit sich selber Gespräche führen (wenn man alleine unterwegs ist...) oder singen reichen schon aus.

4 - die richtige Ausrüstung

Der Herbst in Lappland kann ziemlich kühl, windig und nass sein. Die richtige Ausrüstung ist daher unabdingbar. Das Wetter schlägt schnell um, von 18 Grad bei Sonnenschein zu 10 Grad bei Regen. Sonnenbrille und Regenjacke sind ein Muss. Genauso hilfreich ist ein Mückenspray, wenn es mal mehrere Tage hintereinander trocken bleibt.

Gutes Schuhwerk ist das A und O. Wer die Hügel erklimmt, benötigt guten Halt in den Steinfeldern. Wer durch Moorlandschaft und Sümpfe wandert, muss mit nassen Stellen rechnen.

5 - Leere Behälter

Die Wälder sind gespickt mit Leckereien. Heidelbeeren und Preiselbeeren wachsen entlang den Pfaden und wer sich mit Pilzen auskennt, findet Speisepilze in Hülle und Fülle. Ich trage immer einen leeren verschliessbaren Behälter mit mir, damit ich die Beeren später auch noch zuhause geniessen kann.