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Kota, Laavu und co.

Finnischer Nationalsport Nummer 1 ist der Langlauf. Genau so wichtig wie der Langlauf ist den Finnen das Wurst bräteln während dem Langlaufen oder dem Wandern.  Manchmal habe ich das Gefühl, dass den Finnen das Wurst bräteln wichtiger ist, als die sportliche Betätigung. Und wo bräteln die Finnen denn ihre Wurst am Liebsten? Natürlich in einer Laavu oder Kota.

 

Finnische Wanderwege und Langlaufrouten sind gut ausgeschildert. Auf die Kilometerangabe sollte man sich allerdings nicht allzu sehr verlassen, diese stimmen nicht immer ganz genau. Wer selber schon auf Langlauskiern oder mit Wanderschuhen unterwegs war, hat sich vielleicht schon mal gefragt, was eine "kota" oder "laavu" ist. Immer wieder liest man diese Bezeichnungen auf den Wegweisern. Hier eine Übersicht über die Feuerstellen und ihre Bezeichnungen.

Laavu

Die Laavu ist eine einfache Feuerstelle mit einer dreieckigen Schutzhütte, welche zur Feuerstelle hin offen ist. Sie ist selbstverständlich so ausgerichtet, dass man bei Regen im Trockenen sitzt. Die Laavu ist bei mehrtägigen Wanderungen im Sommer eine gute Übernachtungsmöglichkeit für eine Nacht im Freien ohne Zelt. Im Winter ist es ein guter Ort, um Nordlichter zu beobachten. Meist findet sich bei einer Laavu auch ein Holzschopf mit trockenem Holz und einer Axt. Dies darf jedermann kostenlos benutzen. Natur-Toiletten sind oft auch vorhanden.

Laavu
Laavu

Kota

Etwas luxuriöser ist die Kota. Sie ist eine vollständig geschlossene Hütte mit Feuerstelle in der Mitte, Sitzbänken rundherum und gut ausgerüstet mit Grillrost, Grillgabeln und manchmal auch Bratpfanne, Kaffeekanne oder Topf. Auch diese Hütte eignet sich für eine Übernachtung in der Natur. Im Winter allerdings sollte man von einer Übernachtung in einer Kota absehen, da die Wärme durch den Rauchabzug in der Mitte entflieht und die Kota schnell abkühlt. Auch bei der Kota finden sich ein Holzschopf und Natur-Toiletten.

 

Das Wort Kota kommt übrigens aus der Samischen Sprache und bedeutet soviel wie Tipi. Die Samen waren Nomaden und die Kotas wurden früher aus Rentierhäuten gebaut. Heute sind die Kotas aus Holz, haben aber die ursprüngliche Form der Tipis behalten.

 

Wir nutzen die Kota im Winter oft, um mit Freunden zusammen eine Schneeschuhtour zu unternehmen und Nordlichter zu beobachten. Die Hütte ist perfekt, um sich zwischendurch aufzuwärmen oder in der Wärme auszuharren, bis sich das Naturspektakel zeigt.

Päivätupa

"Tages-Hütten" sind etwas geräumiger als die Kota. Sie verfügen über einen Feuerofen, auf welchem gekocht werden kann und sind meist mit kleinen Tischen und Bänken ausgestattet. Auch hier finden sich Natur-Toiletten und Holzschopf.

Ofen in einer Päivätupa
Ofen in einer Päivätupa

Autiotupa

Die öffentlich zugänglichen Wildniss-Hütten sind im Sommer wie im Winter beliebte Ziele für ein bis zwei Übernachtungen in der Natur. Sie sind gut isoliert und verfügen über einen Ofen, der die Hütte gut heizt und auf welchem gekocht werden kann. In den Hütten finden sich zwei bis drei Schlafplätze sowie Tische und Bänke. Selbstverständlich gibt es auch hier Natur-Toiletten in unmittelbarer Nähe und einen Holzschopf.

Regeln zur Benützung

Die Hütten werden von den Nationalparks oder den Gemeinden unterhalten. Sie kommen auch für das kostenlose Brennholz auf. Folgende Regeln sollte man bei der Benützung beachten:

 

- keinen Abfall hinterlassen

- Essensreste verbrennen oder mitnehmen, da sonst Tiere angelockt werden

- bei allgemeinem Feuerverbot (Waldbrandgefahr) darf auch in den offiziellen Feuerstellen kein Feuer entfacht werden

- im Winter Holz vom Schopf in die Kota / Päivätupa / Autiotupa bringen für die nächsten Gäste

- im "Vieraskirja" (Gästebuch) darf man seinen Besuch dokumentieren

 

Nationalparks geben im Sommer & Winter eine Karte mit den Wander- und Langlaufrouten heraus. Diese kostet ungefähr 10 Euro. Der Betrag kommt dem Unterhalt der Routen sowie den Hütten zu Gute, deshalb sollte man die Karte unbedingt kaufen.

Rote Holzsäcke

Letzte Saison hatte ich Gäste, die sich über die roten Plastiksäcke als Verpackung des Holzes beschwert hatten, weil sie der Ansicht waren, dass dies nicht umweltfreundlich sei. Die Säcke bestehen zu 100% aus recyceltem Material und werden mehrmals eingesetzt.

Deshalb bitte leere Säcke in der Hütte oder im Holzschopf sammeln (meist hat es dafür extra einen Haken).

Das Brennholz wird per Quad / Snowmobil zu den Hütten transportiert, deshalb ist es in praktische einzelne Säcke verpackt.

Rote Säcke für Brennholz
Rote Säcke für Brennholz