Äkäsmylly - Seitakivi

Äkäslompolo, Finnisch Lappland

Elchior und Myy beim Seitakivi
Elchior und Myy beim Seitakivi

Äkäsmylly ist der Lieblingsplatz von Anja. Rund 20 km ausserhalb von Äkäslompolo liegt die alte Mühle mitten im Wald. Die Mühle wurde um 1846 errichtet und war die allererste Mühle in der Region. Antti Vasara kam als Samischer Rentierboote von Schweden in diese Gegend und liess sich mit seinen Rentieren hier nieder. Er fand bei Äkäslinkka den ideal Standort für seine überschaubare Rentierfarm und die Mühle. Zu dieser Zeit lebten hier lediglich Samen, unter ihnen auch ein Shamane. Shamanen sind bekannt für ihre Energieorte in der Natur, und wer nun eins und eins zusammenzählt, kann sich ausrechnen, dass es um Äkäsmylly herum einige dieser speziellen Orte gibt. Einer davon ist der Seitakivi.

 

Viele Jahre später wurde die zerfallene Mühle übrigens von einem Künstler namens Uuttu Kalle aus Äkäslompolo wieder aufgebaut. Uuttu Kalle ist ein lappisches Original. Er hat viele Jahre in der Wildnis Lapplands gelebt und Sagen und Mythen der Samen gesammelt. Zu jeder seiner Geschichten hat er eine Figur erschaffen. Diese Figuren kann man während der Wintersaison im Restaurant Haltiakammi in Hannukainen bei einem köstlichen Abendessen begutachten. Rainer Nymann, der Wirt im Haltiakammi, serviert seinen Gästen einen ausgezeichneten traditionellen Flammlachs...mmhmm...

 

Aber halt - wir wollten doch wandern gehen!

 

Vom Parkplatz Äkäsmylly geht ein kurzer Weg durch den Wald zur Mühle. Bei der Mühle hat es ein kleines Öko-Café, welches leider nur im Herbst und Winter geöffnet ist. Über die Brücke geht es an der offenen Feuerstelle "Laavu" vorbei. Am kleinen herrlichen See lässt es sich wunderbar eine Wurst bräteln.

See bei Äkäsmylly
See bei Äkäsmylly

Vielleicht ein anderes Mal... wir gehen weiter an den Toiletten vorbei zum Wegweiser und dann in Richtung Äkäskero. Der Wald hier ist alt und wunderschön. Nach ein paar hundert Metern erreichen wir einen Sumpf, den es über Bretter zu durchqueren gilt. Im Sumpf wachsen Moltebeeren. Leider sind sie jetzt noch nicht reif, aber in rund zwei Wochen werden sie in hellem Orange leuchten.

In der Ferne hört man das Bellen der rund 500 Schlittenhunde vom Äkäskero Dogcamp - wahrscheinlich ist gerade Fütterungszeit.

Nach einer rund 3 Kilometer langen Wanderung mutterseelenalleine durch den Wald, über Stock und Stein, vorbei an Quellen und Sümpfen, gelangen wir zu der Abzweigung und folgen dem Pfeil Richtung Seitakivi.

 

400 Meter später finden wir uns auf einer Lichtung wieder, der Seitakivi vor uns und dahinter eine wunderschöne Aussicht auf den Äkäsjoki. Der Seitakivi ist für die Samen ein heiliger Ort. Hier haben sie ihre Sorgen niedergelegt und die Naturgeister um eine gute Ernte, gute Gesundheit, Glück in der Liebe oder um Sicherheit für ihre Rentierherde gebeten. Nicht selten wurden auch Tiere geopfert. Heute finden sich bei diesem Stein vorwiegend Münzen aller Art. Selbstverständlich lässt Anja auch ein Münzen-Opfer dort.

Auf demselben Weg geht es nach einer ausgiebigen Rast wieder zurück. Für den Weg hin- und zurück rechnet man mit guten 2 Stunden, Fotostopps inklusive.