alltag als gästebetreuerin

Zum zweiten Mal stehe ich diesen Winter in Äkäslompolo als Gästebetreuerin im Einsatz. Ich freue mich auf viele zufriedene Gäste, spannende Begegnungen und neue Entdeckungen... man darf gespannt sein.

Mittwoch 20.03. - 24.03.

 

Das Ende der Saison kam überraschend schnell. Die letzten Listen wurden vorbereitet, das Material ausgemistet und eingemottet, Abfall entsorgt und die letzten E-Mails an die Partner verschickt.

Am Samstag packten wir unsere Koffer und verabschiedeten uns von den letzten Gästen. Weil die Unterkunft nur bis Samstag gebucht wurde, zogen wir nochmals für eine Nacht um. Mein Arbeitsgspänli flog am Sonntag zurück in die Schweiz. Ich hatte noch eine Woche Ferien mit Sami geplant und wir machten uns auf nach Norwegen.

 

Die Saison war durchzogen von Hochs und Tiefs. Rückblickend konnten wir unsere Arbeit nur so gut meistern, weil wir vor Ort ein tolles Team waren. Während diesen vier Monaten haben wir viel gelernt. Die zunehmenden Touristenströme haben uns mental und physisch gefordert. Die Wohnungswechsel haben uns zugesetzt. Wir kamen an einen Punkt, an dem wir uns ernsthaft überlegt hatten, alles hinzuschmeissen und Prinzessin zu werden. Wir haben es nicht getan, weil uns unsere Gäste und die Partner am Herzen lagen.

Von der Hilfsbereitschaft unserer Partner vor Ort waren wir einmal mehr einfach nur überwältigt. In Lappland ist man ein Team, egal für welches Unternehmen man arbeitet. Konkurrenzdenken ist total fehl am Platz.

T-ogether

E-veryone

A-chieves

M-ore!

 

Obwohl wir von den Gästen sehr gutes Feedback erhalten hatten und sich gute Gespräche und spannende Begegnungen ergaben, war das wohl meine letzte Saison als Gästebetreuerin in dieser Art. Auf zu neuen Herausforderungen!

Dienstag 19.03.

 

Mein Geburtstag - yaaay!

Sami entführte mich zur Feier des Tages auf einen Kurzroadtrip nach Schweden.  Auf dem Weg machten wir einen Abstecher in eine Metzgerei, um für mein Arbeitsgspänli Elch- und Rentierfleisch zu besorgen. Mit mehreren Halbmeter-Elch-Salamis im Gepäck ging es weiter Richtung Överkalix. In einer Konditorei gönnten wir uns ein Stück Torte. Dann warteten Oskar und seine Freunde auf uns. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Fütterungszeit. Ich durfte Oskar sogar einen Kuss entlocken - ich glaub mich knutscht ein Elch!

Donnerstag 14.03.

 

Heute durfte ich mit meinen Bekannten ins Kino. Wir sahen uns den Film "Ailo - pienen poron suuri seikkailu" an. Es ist ein Mix zwischen einem Dokumentarfilm und einer Komödie. Dabei geht es um das Leben und die Abenteuer von Ailo, einem jungen Rentier. Der Film ist interessant, witzig und erzählt viel über das Tierreich in Lappland. Gespickt mit wunderschönen Naturaufnahmen und überraschenden Wendungen. Mich hat der Film sehr berührt und ich kann ihn sehr empfehlen.

Montag 11.03.

 

Schon lange hatten wir uns vorgenommen, unser im Tiefkühlfach schlummerndes Schneehuhn zu kochen. Nun war der Moment da. Mein Arbeitsgspänli zauberte uns "Schneehuhn-au-vin", authentisch angereichert mit Heidelbeerwein. Dazu gab es Elchgeschnetzeltes mit Ofenkartoffeln und Tomaten. Alles schmeckte ausgezeichnet. Kochen? Können wir! Das war also unser langersehntes Riekko-Festmahl.

Sonntag 03.03. - Samstag 09.03.

 

Obwohl unsere Arbeitskollegin krankheitsbedingt ausfiel (ob wohl das defekte Fenster in ihrer letzten Unterkunft daran Schuld war...?), managten mein Gspänli und ich den Gäste-Ansturm am Sonntag, das Willkommens-Feuer am Abend und die Vorbereitung aller Listen und Couverts am Montag ziemlich gut. Wir sind zum Glück super eingespielt und können uns auf einander verlassen. Nach getaner Arbeit waren wir bei meinen Eltern zum Abendessen eingeladen. Wir waren beide froh, dass wir uns nach der Arbeit zur Abwechslung einfach mal an den Tisch setzen und verwöhnen lassen konnten - Danke liebe Eltern :-)

Die Woche verlief einigermassen ruhig. Ich unternahm nach "Feierabend" viel mit meinen Eltern und meinen Bekannten, die auch gerade für 3 Wochen angereist waren. Zusammen begaben wir uns auf Nordlichtjagd, besuchten unsere gemeinsamen Freunde in Venejärvi und nahmen das SnowVillage genauer unter die Luppe. Die Polarlichter zeigten sich von ihrer besten Seite und ich freute mich sehr für meinen Vater. Es war das erste Mal, dass er die Nordlichter so intensiv sah. Die Woche verging viel zu schnell...

Samstag 02.03.

 

Umzugstag: Vor 09:00 Uhr packten wir unsere Koffer ins Auto, gaben die Schlüssel unserer Wohnung der letzten zwei Wochen ab, verstauten alle unsere Lebensmittel im Büro und assen im Büro unser Frühstück.

Dazu gab es ein bisschen Neuschnee. Schon bald holten uns unsere Chauffeure ab und begannen, die Gäste einzusammeln. Der Tag verlief gut. Der ankommende Flug war beinahe pünktlich. Heute kamen auch meine Eltern an und ich freute mich sehr, sie zu sehen.

 

Während der Fahrt vom Flughafen Kittilä nach Äkäslompolo zeigten sich sogar Nordlichter - was für eine tolle Begrüssung!

 

Nach dem Transfer und dem Abendessen im Café Well um 22:00 Uhr begaben wir uns zu unserem neuen Haus und packten unsere Koffer aus.

Freitag 22.02.

 

Ein freier Tag mit Sonnenschein. Das Thermometer kletterte über die  0 Grad-Grenze, was viel zu warm ist für diese Jahreszeit. Der Schnee beginnt jetzt schon zu schmelzen. Auf den Bäumen gibt es seit einer Woche keinen Schnee mehr. Der Winter verabschiedet sich dieses Jahr viel zu früh. Am Wochenende soll es regnen. Ich hoffe wirklich, dass es nicht regnen wird, ansonsten verwandeln sich die Strassen, Trottoirs und Loipen hier in gefährliche, eisige Rutschbahnen.

Jedenfalls haben Sami und ich die Sonne genossen. Wir haben einen Ausflug nach Muonio gemacht und haben uns auf dem Rückweg noch Torassieppi und Pallas angeschaut.

 

In Torassieppi gibt es eine alte Rentierfarm und ein kleines Eishotel. Das Eishotel hat mir sehr gut gefallen. Die Zimmer sind zwar klein, aber jedes Zimmer ist mit Figuren aus der samischen Mythologie geschmückt.

 

Kurz vor Pallas haben wir auf einem See Schwäne entdeckt. Der Schwan ist Finnlands Nationalvogel.

 

Auf dem Rückweg haben wir ein kleines Café mit einem Laden entdeckt. Der kurze Stop hat sich gelohnt, im gefüllten Tiefkühler fanden wir einige Köstlichkeiten... Neben Rentierfleisch gab es da zum Beispiel auch Riekko (Moorschneehuhn) und ich konnte mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Meine Arbeitskollegin und ich freuen uns schon auf unser Riekko-Festmahl.

 

Am Abend machte ich mich mit meiner Arbeitskollegin mit den Schneeschuhen auf den Weg zu einer Wildnishütte. Wir hatten schon lange die Idee, mal eine Nacht in dieser kleinen, kuscheligen Hütte zu verbringen. Ein guter Freund hat uns seine Isoliermatten ausgelehnt und so stand unserem Abenteur nichts mehr im Weg.

Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten (wir sind beinahe auf dem Hügel Kukas gelandet...) kamen wir dann doch noch bei unserer Hütte an und machten es uns gemütlich. Mit Bruschetta, Rotwein und Toblerone-Schokolade-Mousse liessen wir unsere Saison Revue passieren. Immer wieder mussten wir die Türe unserer Hütte öffnen, weil unsere Hütte einer Sauna glich. Wir hatten zu stark eingeheizt und so wurde es plötzlich viel zu warm. Da es draussen auch nicht wirklich kalt war, liess sich die Hütte nicht mehr runterkühlen. Lektion gelernt  -  das nächste Mal geben wir uns mit einem kleinen, beschaulichen Feuer zufrieden...

Mittwoch 20.02.

 

Seit einer Woche hat unser Hauptpartner ein neues Angebot, diese Saison exklusiv für unsere Gäste. Anu und Paula erwecken das Loipencafé Äkäsmylly am Abend zum Leben und lassen unsere Gäste in die samische Kultur eintauchen. Da unser Partner auf die Rückmeldungen von uns angewiesen ist, um das Produkt  weiterzuentwickeln, durften wir die ersten beiden Male dabei sein.

 

Mit dem Minibus fuhren wir von Äkäslompolo nach Äkäsmylly, einer meiner Lieblingsplätze etwas ausserhalb von Äkäslompolo. Anu nahm uns in samischer Aufmachung auf dem Parkplatz in Empfang und führte uns über den schmalen Pfad hinunter zur alten Mühle. Sie erzählte uns die Geschichte der Mühle, wie Uuttu Kalle die Mühle wieder aufbaute, und führte uns dann hinein ins kleine Café. Paula bewirtete uns mit Kräutertee, Kaffee und einem leckeren Pfannkuchen gefüllt mit Moltebeeren und Himbeeren. Die Atmosphäre im kleinen Raum war sehr einladend, durch das offene Feuer im Kamin fühlten wir uns heimelig wohl. Nach der köstlichen Verpflegung nahmen Anu und Paula vor dem Feuer Platz und berichteten aus ihrer Kindheit. Paula plapperte munter auf Finnisch und Anu übersetzte es für uns auf Englisch. Ihre Erzählungen waren sehr interessant, wir erfuhren viel über das Leben und die Arbeit zu einer Zeit, in der es noch kein fliessend Wasser und keine Elektrizität gab. Alle Gäste hörten aufmerksam und beeindruckt zu. In ihren Ausführungen kamen auch Shamanen vor und sie erklärten uns die unterschiedlichen Kulturen der Samen. Sie nahmen uns mit auf einen Streifzug durch die samische Mythologie und liessen uns spüren, wie wichtig und bedeutungsvoll die Natur für sie ist. Zum Abschluss riefen sie die Göttin der Nordlichter in einem Joik begleitet von Trommeln an. Ich glaube wir hatten alle Gänsehaut vom Zuhören. Viel zu schnell verflog die Zeit und wir mussten von Anu und Paula Abschied nehmen. Der Abend wird mir in guter Erinnerung bleiben.

Samstag 16.02.

 

Wir ziehen wieder um - zum fünften Mal diese Saison packten wir am Samstagmorgen all unser Hab und Gut in unser Auto. Nach dem Transfertag (unser Flug war ausnahmsweise pünktlich...) schleppten wir all unser Gepäck und unsere Lebensmittel in unsere neue Wohnung. Abendessen fiel aus, da wir viel zu müde waren. Morgen Sonntag wird unser Büro wieder voller Leute sein und am Abend steht uns auch das Willkommens-Feuer bevor - 12 Stunden Arbeit und es bleibt keine Zeit um auszuruhen. Gute Nacht.

Dienstag 12.02.

 

Heute haben Sami und ich eine Schneeschuhtour zur Äkässaivo-Kota unternommen. Das Wetter war herrlich - klirrend kalt bei -25 Grad, aber viel Sonnenschein. Wir grillten unsere Elch-Würste, welche wir aus Jokkmokk mitbrachten, und versuchten uns an frischen Waffeln vom Feuer.

Freitag 08.02.

 

Früh aus den Federn, wir fahren nach Jokkmokk!

Früh morgens haben wir unsere Reise gestartet und sind erst nach Pajala gefahren. Gestärkt von Apfelkuchen mit Vanillesauce haben wir uns der Busfahrt nach Jokkmokk gestellt. Mika, ein Kollege von Sami, hat uns zusammen mit einer Gruppe von Pello mitgenommen. Die Gruppe war gut gelaunt, es wurde während der Fahrt getrunken und gesungen, wie es sich für finnische Vereine gehört. In Jokkmokk besuchten wir den alljährlichen Sami Markt. Es gab Aussteller aus Finnland, Schweden und Norwegen, im Angebot frisches Fleisch, Felle, Outdoor-Zubehör, Schmuck, Backwaren und vieles mehr.

Meine Arbeitskollegin und ich kauften vor allem Rentier- und Elchfleisch, Sami fand ein Waffeleisen und auch ein norwegischer Strickpullover fand den Weg in meine Einkaufstüten.

Zurück in Pajala gönnten wir uns das Abendessen im einzigen Thai-Restaurant weit und breit und machten noch einen kleinen Abstecher in den Schwedischen Supermarkt. Da wir schon bald wieder umziehen müssen, liessen wir den Grosseinkauf jedoch bleiben.

Samstag 02.02.

 

Heute hiess es Abschied nehmen von einer unserer Arbeitskollegin. Sie war nur für die halbe Saison angestellt und verlässt unser Team. Unsere neue dritte Gästebetreuerin im Bunde kam vor einer Woche an und hatte nun eine Woche Zeit, um sich einzugewöhnen und die Arbeitsabläufe einzustudieren.

Es ist immer schade, wenn eine Person das eingespielte Team verlässt. An dieser Stelle herzlichen Dank für den Einsatz, wir werden dich vermissen!

Und unserer neuen Frau an der Front natürlich alles Gute :-)

Mittwoch 30.01.

 

Früh zogen wir von Luosto los in Richtung Ranua, wo wir von den Besitzern der Wolf- und Ökofarm Susimaa erwartet wurden. Harald und Sarah begrüssten uns herzlich und erzählten uns zuerst viel über die einzelnen Hunde in ihrem Rudel, die Rollenverteilung, die Zusammensetzung der Rassen und die einzelnen Charaktere. Es war sehr interessant und aufschlussreich. Wir hatten die Möglichkeit, die Wolfhunde in ihren "Zwingern" zu besuchen und zu sehen, wie sie mit uns und den anderen Hunden agieren. Die Zwinger sind übrigens riesig. Die Hunde haben viel Platz um herumzutollen, zu springen und richtig zu laufen. Es war toll zu sehen, wie wohl sich die Wolfhunde bei Harald und Sarah fühlen. Jedes ihrer Tiere hat seine eigene Geschichte und seine ganz eigenen Eigenschaften. Harald und Sarah legen viel Wert darauf, dass jeder Hund im Rudel seinen Platz hat und seine Persönlichkeit ausleben darf. Im Moment sind die Weibchen läufig, weshalb die Hunde für eine Weile getrennt gehalten werden.

Harald und Sarah unternehmen mit ihren Hunden auch Schlittenfahrten und Schneeschuh-Wanderungen. Mich hat es sehr berührt, mit wie viel Liebe und Leidenschaft die beiden ihre Hunde hegen und pflegen. Einige der Hunde haben sie von Besitzern aufgenommen, die ihre Hunde weggeben mussten.

Das Päärchen wusste auch sehr viel politisches zur Zucht der Wolfhunde zu berichten. Unser Aufenthalt kam uns sehr kurzweilig vor. Zum Abschluss wärmten wir uns mit einer Tasse Kaffee am offenen Feuer auf und löcherten Harald und Sarah mit Fragen zu ihrem Projekt der Selbstversorgung.

 

Unser Mittagessen nahmen wir im Restaurant vom Zoo Ranua ein. Natürlich schlenderten wir danach durch den Zoo und erfreuten uns an den Bewohnern. Bei den Eisbären begegnete uns eine Gruppe Touristen. Einer von ihnen flog seine Drohne sehr nahe zu den Eisbären. Die Bären reagierten völlig verstört, deshalb fackelte meine Arbeitskollegin nicht lange und rief die Zoo-Rezeption an. Der Tourist wurde von einem Guide aus dem Zoo verwiesen - dies wird ihm hoffentlich eine Lehre sein.

Bei den Elchen machten wir eine längere Pause. Im September hatte ich mich mit Olaf angefreundet und ich wollte sehen, ob er mich wiedererkannte. Nach mehrmaligen Zurufen trottete er schliesslich tatsächlich auf seinen langen Beinen zu uns. Am liebsten hätte ich ihn mitgenommen, aber wahrscheinlich hätte er in unserem Auto keinen Platz gehabt. Dann bis zum nächsten Mal, Olaf.

Dienstag 29.01.

 

Da wir länger als drei Monate in Finnland residieren und arbeiten, mussten sich meine Arbeitskollegin und ich bei den Finnischen Behörden anmelden. Wir füllten online alle Formulare aus und vereinbarten den Termin in Rovaniemi. Bis auf die Tatsache, dass unser Arbeitsvertrag auf Englisch hätte sein sollen, ging alles gut.

Nach dem Mittagessen gingen wir auf Erkundungstour ins Moomin Snowcastle. Die Anlage ist schön gestaltet und die Skulpturen sehr eindrücklich. Moomin Fans kommen auf ihre Kosten.

Am späten Nachmittag fuhren wir weiter nach Luosto, wo wir von unseren Arbeitskollegen in dieser Destination empfangen wurden. Wir verbrachten einen geselligen Abend bei einem köstlichen Fondue.

Freitag 25.01.

 

Meine Arbeitskollegin hat die Woche durch eine Spezialgruppe betreut. Am Freitag durfte ich mit der einen Hälfte der Gruppe mit zum Abschiedsessen auf den Ylläs. Wir wurden mit dem Minibus nach Ylläsjärvi gefahren, wo wir dann auf den Pistenbully umstiegen. Der Pistenbully brachte uns zum Café auf dem Gipfel des "Berges". Es gab ein ausgezeichnetes 3-Gänge-Menü und dazwischen etwas Nordlicht. Leider gab es auf der Bergspitze viel Fremdlicht und so war das Fotografieren eher schwierig.

Donnerstag 24.01.

 

Nach der langen Nacht gestern war ich froh, dass ich pünktlich Feierabend machen konnte. Allzu grosse Sprünge wollte ich allerdings nicht machen und so begab ich mich lediglich zu meinem Sonnenplatz, um dort ein bisschen Vitamin D zu tanken.

Mittwoch 23.01.

 

Die Vorhersage für Nordlicht war viel versprechend. Da der Himmel diese Saison oft bewölkt war und auch die Aktivität des Sonnenwindes nicht allzu hoch war, haben wir bis jetzt noch keine sensationellen Nordlichter gesehen. Wir wollten uns die Chance auf ein spektakuläres Farbenspiel also nicht nehmen lassen und bereiteten uns auf einen langen Abend in der Wildnis vor.

 Nach dem Feierabend war unser Ziel eine kleine Hütte mitten im Wald. Wir machten uns mit Schneeschuhen auf den Weg. Die Schneeschuhe hätten wir gar nicht gebraucht, da der Weg bereits mit der Langlaufloipen-Maschine befahren, aber noch keine Loipe gespurt war. Schon bald kamen wir bei der Hütte an. Eine unserer Kolleginnen war vorausgegangen und hatte bereits eingeheizt. So konnten wir uns in der Hütte aufwärmen und Würste grillen. Unseren mitgebrachten Omelettenteig verarbeiteten wir zu salzigen Omeletten mit geräuchertem Rentierfleisch und zu süssen Omeletten mit Vanille- und Zimtzucker. Es war herrlich, wie die Omeletten auf dem Feuer bruzelten und der Duft die ganze Hütte einhüllte.

Bald begaben wir uns nach draussen auf das nahegelegene Moor und hofften auf Nordlicht. Der Mond stand in voller Pracht am Himmel, vom Nordlicht fehlte jedoch jede Spur. Nach einem ausgiebigen Fotoshooting packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Rückweg, weil sich der Himmel mit Wolken überzog. Genau in diesem Moment begann das Nordlicht über unseren Köpfen zu tanzen. Bis wir unser Fotomaterial wieder ausgepackt hatten, war es bereits wieder zu Ende.

Als wir wieder in unserer Unterkunft ankamen, prüften wir nochmals all unsere Apps. Wir wagten nochmals einen Versuch und zogen mit unseren Kameras los - gerade rechtzeitig. Das Nordlicht lieferte uns eine atemberaubende Show.

Dienstag 22.01.

 

Das Wetter war nicht gerade berauschend, deshalb haben Sami und ich einen Ausflug nach Schweden unternommen. Ich wollte schon lange mal nach Pajala. Nach einer Tour durchs Dorf haben wir uns das Abendessen in einem Thai Restaurant gegönnt - es war super lecker.

Montag 21.01.

 

Das Wochenende war streng. Unser Flug hatte schon wieder Verspätung. Trotzdem wollten wir uns den Blutmond am Montagmorgen nicht entgehen lassen. Bei -30 Grad zogen wir Schicht um Schicht an und hüllten uns zudem in einen von unserem Partner geliehenen Overall. Wir konnten uns kaum bewegen, und so wurde die Schneeschuhtour auf den Hügel Ylläs zu einer echten Herausforderung. Wir kamen uns vor wie auf einer Expedition auf dem Mond. Irgendwie schafften wir es dann trotzdem und konnten das Schauspiel beobachten. 

Schliesslich wurde es uns mit dem eisigen Wind im Gesicht doch zu kalt. Ganz aufgeben wollten wir aber nicht und so fuhren wir zum Kesänkijärvi raus. Es war wunderschön.

In Vollmontur gingen wir frühmorgens im Supermarkt einkaufen und hofften, dass wir niemandem begegnen, der uns kennt. Wir hatten Pech und begegneten einem Partner. Er konnte sich das Lachen nicht verkneifen und wird wohl das Bild von mir und meiner Kollegin als Michelin-Männli für immer im Gedächtnis haben... Immerhin sind wir auf unserer Expedition nicht erfroren.

Freitag 18.01.

 

Nachdem Arbeitstag wollte ich meinen Kopf verlüften und habe meine Runden über den See auf den Langlauf-Skiern gedreht - es war herrlich.

Donnerstag 17.01.

 

Eigentlich wollte ich an meinem freien Tag zum Aakenusjärvi wandern. Allerdings hatte ich nach dieser Woche dringend Schlaf nötig und so schlief ich erstmal aus und wusch noch meine Wäsche. Als ich dann endlich beim Parkplatz war, bemerkte ich, dass ich in der Hektik meine Schneeschuhe vergessen hatte. Ich liess es also bleiben und machte mich stattdessen auf den Weg zu meinem Lieblingsort Äkäsmylly. Auf der Strasse begegneten mir zwei Rentiere.

Bei Äkäsmylly angekommen, flogen mir Lappische Meisen um den Kopf. Sie waren wohl hungrig und ich war gewillt, mein Sandwich mit ihnen zu teilen. Bei der alten Mühle genoss ich einfach die Stille und Ruhe. Nur das Plätschern des Wassers war zu hören. Ab und zu hörte man auch die Hunde vom nahen Huskycamp Äkäskero bellen. Ich machte es mir beim Windschutz gemütlich und blieb dort, bis die Sonne unterging.

Freitag 11.01.

 

Nach dem Büroalltag haben wir abends einen kleinen Ausflug in die Wildniss unternommen und sind zu einem Rentiergehege gewandert. In der Dunkelheit konnten wir die Rentiere lediglich als schwarze Flecken erkennen, ihr Klacken von den Hufen im Schnee hat sie aber verraten. Wir verhielten uns ganz still und einige mutige Rens sind neugierig um uns herum gegangen. Die Begegnung mit den Rentieren war toll. Ich liebe diese Tiere (nicht nur auf dem Teller...) und ihre vorwitzige und zugleich scheue Art. Im Wald war es absolut still, nur ab und zu hörte man das Klacken.

Es war eine wunderschöne, sternenklare Nacht. Auf dem Rückweg wurden wir kurz mit Nordlicht verwöhnt. Es war allerdings nur ganz schwach am Horizont zu sehen.

Mittwoch 09.01.

 

Heute hatte ich endlich die Gelegenheit, Steffans Einladung nach HaliPuu anzunehmen. Wir machten uns zu fünft auf den Weg nach Veitservasa, etwas ausserhalb von Levi. Steffan erklärte uns Geschichtliches zum Ort, zum Wald und zu seiner Familie und nahm uns mit auf einen kurzen Spaziergang zu seiner Laavu.

In den Hängematten durften wir einfach mal "nichts tun" und total entspannen. Er hat uns viel über die Natur und den Wald erzählt und hat uns mit Kaffee vom Feuer verwöhnt. Ich hatte den besten Cappuccino, den ich je getrunken habe und auch sein selbst gemachter Chai Latte war unschlagbar. Das allerbeste: homemade cookies! Es war ein wunderbarer Morgen und es passte einfach alles perfekt zusammen. Mehr über HaliPuu und Staffan aka Campfire Barista erfährt ihr in meinem Blog-Artikel.

Samstag 05.01.

 

Transfertag! Und Umzug...schon wieder. Wir wechseln unsere Unterkunft und sind ab sofort wieder in dem Haus zu finden, in welchem wir zu Beginn der Saison verweilten. Hier bleiben wir mal bis Mitte Februar, dann ziehen wir ein weiteres, hoffentlich, letztes Mal um.

 

Unser Flug war schon wieder verspätet. Nachdem wir alle Gäste in die Häuser gebracht hatten, schafften wir es gerade noch rechtzeitig vor dem Schliessen der Küche (21:30) ins Well, um uns einen Burger zu genehmigen. Danach stand Auspacken auf dem Programm. Unsere Lebensmittel waren vom langen Aufenthalt im Auto natürlich alle gefroren. So gab es am Sonntag Joghurt-Eiscrème zum Frühstück.

Donnerstag 03.01.

 

Um unseren dürftigen Unterkünften zu entfliehen, haben wir am Donnerstag-Abend eine Schneeschuhtour zur Tahkokuru-Kota unternommen. Die Vorhersage für die Nordlichter war auf Stufe G1, was einen geomagnetischen Sturm bedeutet. Wir machten uns also gespannt auf den Weg zur Hütte. Die Tour war sehr schön und in der Hütte angekommen, machten wir es uns ums Feuer gemütlich und grillierten Würste. Schon bald begaben wir uns wieder nach draussen, um den Himmel nach Nordlicht abzusuchen. Der Himmel war leider total bewölkt und sorgte für eine mystische Atmosphäre. Wir konnten die Lichter hinter den Wolken tanzen sehen. Es war trotz der starken Bewölkung magisch.

Montag 31.12.

 

Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht!

Wir konnten uns nicht gross auf den Jahreswechsel vorbereiten, deshalb waren wir sehr froh, dass uns gute Bekannte von mir zum Abendessen eingeladen haben. Wir verbrachten einen sehr gemütlichen und lustigen Abend. Nach Mitternacht gingen wir nach Hause, schliesslich mussten wir am nächsten Tag wieder arbeiten.

Ich bin gespannt, was das neue Jahr mit sich bringt.

Samstag 29.12.

 

Transfertag. Wir hatten am Morgen zwei Busse, welche die Leute für den einen Flug in den Häusern abgeholt hat. Leider konnten wir ressourcentechnisch nur einen Bus begleiten. Der Busfahrer im zweiten Bus war enttäuscht, dass er alleine losziehen musste und er tat mir leid.

 Wir machten mit unseren Gästen zum ersten Mal den Ausflug ins SnowVillage. Anscheinend hatten heute alle dieselbe Idee. Das Eishotel und insbesondere das Restaurant waren sehr gut besucht und es war sehr schwierig, die Gruppe beisammen zu halten, geschweige denn, einen Platz im Restaurant zu finden.

Samstag 22.12. - Freitag 28.12.

 

Am Samstag war Transfertag und unsere ersten beiden Charterflüge kamen in Kittilä an - mit ziemlich Verspätung! Der Flug eine Flug landete gute zwei Stunden zu spät, wodurch sich unser Feierabend auf 22:00 Uhr verschob. Nach 13 Stunden Arbeit wollten wir nur nach Hause. Leider mussten wir an diesem Tag auch noch die Unterkunft wechseln und so wurde es ziemlich spät, bis wir schliesslich todmüde ins Bett fielen.

 

Auch der Sonntag war sehr anstrengend, unsere Gäste hatten sehr viele Fragen und kamen alle gleichzeitig im Büro vorbei. Dann wollten mein Arbeitsgspänli und ich unbedingt noch traditionellen finnischen Schinken kochen, damit wir am Montagabend wenigstens im kleinen Kreis etwas Weihnachten feiern konnten. Wir hatten die Garzeit unseres 3kg schweren Stück Fleisches unterschätzt und so wurde es fast 2 Uhr morgens, bis wir den Schinken schliesslich aus dem Ofen nehmen konnten. Die Strapazen haben sich aber gelohnt, unser finnischer Weihnachtsschinken wurde ein richtiger Festschmaus. Zuammen mit frischem Lachs vom Fischmarkt und einer Torte aus der Bäckerei. Zum Schinken gab es Karottenauflauf und Kartoffelgratin aus einer Kuchenform. Hannele, unsere gute Fee vom Büro, bescherte uns mit einem leckeren , selber gemachten Weihnachtssenf - er war köstlich.

Unser Festmahl begleitete uns durch die ganze Woche.

Am Freitag mussten wir uns leider von unserer übergangsmässigen hübschen Unterkunft im Sapara-Quartier verabschieden und wieder umziehen. Dieses Mal sind unsere Unterkünfte leider nicht so toll. Da es in meiner Bleibe nur ein richtiges Schlafzimmer gibt, wohnt meine Arbeitskollegin in einer Wohnung etwas weiter weg. Zum Glük wohnt unsere Dritte Arbeitskollegin nicht auch noch hier, sonst hätten wir echt ein Platzproblem. Die Unterkünfte lassen zu wünschen übrig. Bei mir gibt es nur kaltes Wasser zum Duschen und bei meiner Kollegin ist das Fenster im Schlafzimmer defekt. Da kann man nur hoffen, dass niemand von uns krank wird...

 

Um unserer Misere zu entgehen, haben meine Kollegin und ich am Freitagabend einen Ausflug in eine Kota (Wildnishütte) gemacht. Wir haben Würste grilliert, dem Nordlicht zugeschaut und uns in der Nordlichtfotografie versucht. Leider hatte ich das falsche Objektiv dabei, deshalb gibt es keine guten Fotos davon.

 

Spätere Anmerkung: Ja ok wir geben es zu. Wir haben das Nordlicht verpasst, weil wir zum Zeitpunkt des Nordlichts in der Kota Würste grillierten...kann ja mal passieren...

Montag 17.12. - Freitag 21.12.

 

Die Woche verlief gut und ohne Zwischenfälle. Wir haben die Zeit genutzt, um noch die letzten Partnerbesuche in Levi zu machen.

Am Mittwoch stand ich das erste Mal nach 8 Jahren wieder auf Langlauf-Skiern. Es war herrlich!

Sonntag 16.12.

 

Heute war unser Infodesk das erste Mal für unsere Gäste offen. Hier geben wir den Gästen Tipps zu Schneeschuhwanderungen, Langlaufloipen, verkaufen die Winteraktivitäten-Karte und Safaris, bieten Ausflüge an und nehmen ihre Rückmeldungen und Anregungen entgegen. Unser Schalter funktioniert wie eine Tourist Info.

Am Abend haben wir jeweils einen Apéro draussen am Feuer, stossen mit den Gästen auf eine gute Woche an (met eme heisse Beeresaft) und wer mag, kann noch eine Wurst oder Marshmellows bräteln.

Samstag 15.12.

 

Heute reisen die ersten Gäste an. Unter ihnen hat es einige bereits bekannte Gesichter - ich freue mich! Der Transfertag ist für uns Gästebetreuer der anstrengendste Tag der Woche, aber gleichzeitig auch der spannendste. Wir verabschieden uns von den Gästen und heissen die neu ankommenden Besucher willkommen. Es ist der einzige Tag, an dem wir aus unserem Büroalltag ausbrechen können. Dabei entstehen viele gute Begegnungen und interessante Gespräche.

Freitag 14.12.

 

Team Luosto ist zu Besuch! Nach einem ausgiebigen Frühstück mit den Gästebetreuern der Destination Luosto haben wir im Büro nochmals alles gegeben und die letzten Vorbereitungen für den ersten Transfer-Samstag getroffen.

Den Abend haben wir zusammen mit den Luostoanern traditionesbedingt im Restaurant Poro verbracht.

Montag 10.12. - Donnerstag 13.12.

 

Auch diese Woche standen Partnerbesuche auf dem Programm und wir haben uns einige der Blockhäuser etwas genauer angeschaut. Am Mittwoch über den Mittag haben wir unsere Schneeschuhe angeschnallt und haben auf dem Kellostapuli die Farben der Polarnacht genossen. Elchior hat es offensichtlich auch gut gefallen. Er wird später sicher noch von der Tour berichten.

Mittwoch 05.12. - Sonntag 09.12.

 

Während der Woche haben wir unsere Partner besucht. Es standen Besuche im SnowVillage, am Flughafen, in Äkäskero und diverse im Dorf Äkäslompolo an. Daneben haben wir unsere Arbeitsdokumente auf Vordermann gebracht und die Gästelisten aufbereitet.

Samstag & Sonntag haben wir unsere ersten freien und die letzten freien Tage am Stück genossen. Mein Gspänli und ich wurden im Äkäskero Dogcamp auf eine Halbtages-Huskytour eingeladen. So verbrachten wir unseren Sonntag draussen mit den Hunden.

Steffi, unser Guide, hiess uns willkommen und erklärte uns den Ablauf der Tour und alles Wichtige zu den Hunden. Als erstes lernten wir unsere Hunde kennen, dann durften wir sie selber anleinen und vor unseren Schlitten spannen. Unter aufgeregtem Bellen der Hunde ging es schon bald los raus in die Natur. Es war herrlich! Es schneite und das Licht war aussergewöhnlich.  Die weissen Weiten lagen in Stille gehüllt vor uns. Die Hunde liefen zügig, obwohl es im frischen Neuschnee für sie anstrengender war als sonst. Nach der Tour durften wir die Hunde ableinen und füttern. Wir waren ein bisschen wehmütig, dass wir nicht an der morgen startenden mehrtägigen Tour teilnehmen können und stattdessen im Büro erwartet werden. Aber wer weiss, vielleicht gönnen wir uns dieses Abenteuer Ende Saison... Die Tour war jedenfalls ein gelungener Start in unsere Saison hier oben. Und es tut gut zu wissen, dass unsere Gäste in Äkäskero sehr gut aufgehoben und betreut sind. Herzlichen Dank an das Äkäskero-Team!

Dienstag 04.12.18

 

Gestern Abend sind wir in Äkäslompolo angekommen. Wir haben uns mit dem Wichtigsten ( Brot, Pasta & Cider) aus dem Supermarkt versorgt und haben es uns in unserem Haus gemütlich gemacht. Wir haben uns über den ersten Schnee gefreut und hoffen natürlich, dass es fleissig weiterschneit.

Heute haben wir unser Büro eingerichtet und hatten das erste Meeting mit unserem Hauptpartner. Aufgrund der momentanen Schneesituation ist noch unklar, ob die Safaris nächste Woche durchgeführt werden können. Falls die Safaris nicht zustande kommen, ist es an uns, ein Alternativprogramm auszuarbeiten. Wir arbeiten daran. Langweilig wird es uns in den nächsten Tagen bestimmt nicht...

 

Fotos vom Tag: Schneehexen in Action

Freitag 30.11.18

 

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wie immer mühe ich mich etwas mit dem Packen ab. Obwohl ich in den letzten zwei Saisons eine Liste angefertigt habe, kann ich mich nicht entscheiden, was mit soll und was nicht.

Naja, irgendwie wird es dann schon gehen. Zumindest habe ich schon alle Geschenke und Mitbringsel für meine Freunde vor Ort besorgt.