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Farbenfrohe Welt der Samen

Die Finnmark im Norden Norwegens gilt als ursprünglichster Teil Lapplands. Die Samen hier leben von ihrer Rentierzucht und zelebrieren ihr Brauchtum und ihre Traditionen heute wieder. Sie wurden von den Regierungen lange unterdrückt und mussten für den Erhalt ihrer Kultur kämpfen. Obwohl sie kaum noch als Nomaden umherziehen, leben sie im Einklang mit der Natur.

Meine Ferien im März zogen mich in die Region Kautokeino, Hammerfest, Karasjok und Vuotso und liessen mich in die farbenfrohe Welt der Urbevölkerung eintauchen.

Kautokeino

Im überschaubaren Ort Kautokeino pocht das Herz der Samischen Bevölkerung. Neben einer Universität findet sich hier auch eine Schule, in welcher samisches Handwerk, Design und Fächer wie Rentierwirtschaft unterrichtet werden.

Kautokeino Bygdetun, das Museum im Ort, erzählt von der Geschichte und dem Leben der Samen in der Kautokeino Kommune. Im Sommer kann auch das Freilichtmuseum besucht werden; im Winter ist dieses nur schwer zugänglich. Mich haben die hübschen Trachten mit den fröhlich bunten Bändern und Verzierungen sehr beeindruckt. Früher hatte jede Familie und die Region ihr eigenes Muster. Die Samen in Kautokeino, welche sich der Rentierzucht widmen, wandern jeweils im Mai mit ihren Herden zur Küste, um dort den Sommer zu verbringen.

Ein spektakuläres Gebäude ist Juhls, die älteste Silberschmiede Lapplands. Interessant ist auch das Innenleben der Gallerie. Hier kann man den Schmuckkünstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Sie stellen unter anderem Silberschmuck für Samische Trachten her.

Die weiten Flächen um Kautokeino herum eignen sich hervorragend für die Beobachtung des Nordlichts. Bei unserem Besuch hat sich das Nordlicht leider nicht gezeigt, dafür haben wir auf einem unserer Streifzüge einen Polarfuchs entdeckt.

An Ostern findet in Kautokeino das bedeutendste Sami Festival von Lappland statt. Es gibt einen grossen Markt, Joik-Wettbewerbe, Konzerte und vieles mehr. Das Festival steht ganz weit oben in meiner Bucketlist.

Hammerfest

Die Fahrt von Kautokeino über Alta nach Hammerfest ist sehr eindrücklich. Erst geht es durch die Weiten der Kommune bis nach Alta. Unterwegs grüssen uns immer wieder Rentiere. Von Alta fährt man den Fjorden entlang nordwärts bis nach Hammerfest. Die kleine Stadt selber empfanden wir bei weitem nicht so interessant wie die anderen Ziele unserer Reise. Das Feuer der nahegelegenen Ölraffinerie brennt Tag und Nacht.

Karasjok

Auf dem Weg von Hammerfest nach Karasjok besuchten wir das Naturhaus und -museum in Stabbursnes, welches über die Flora und Fauna im Stabbursdalen Nationalpark berichtet. Der Film über den Alltag der Einwohner dieser Region war sehr interessant. Es ist faszinierend, wie die Leute mit den Launen der Natur umgehen. Beeindruckt hat mich, wie wichtig es den Bewohnern hier ist, nur so viel aus der Natur zu nehmen, wie man wirklich braucht.

In Lakselv legten wir auch eine Pause ein. Das Sami Museum in Porsanger war leider geschlossen.

In Karasjok statteten wir als erstes dem Museum "de samiske samlinger" einen Besuch ab. Danach ging es weiter zum Sapmi Park, dem Samischen Kulturpark. Allerdings gab es da abgesehen vom Souvenirshop nicht viel zu sehen. Scheint wohl auch eher eine Sommerattraktion zu sein. Im Freilichtmuseum um den Park herum kann man sich die verschiedenen Behausungen, Vorratsvorrichtungen und Jagdfallen ansehen.

Im kleinen Shop von Knivsmed Stromeng AS gibt es neben den authentischen Samischen Messern auch viel anderes Samisches Kunsthandwerk zu kaufen.

Ein besonderes Gebäude ist das Samische Parlament, welches wie eine Kota (Tipi) aufgebaut ist.

Die Finnische Grenze liegt hier nur einen Katzensprung entfernt. In Karigasniemi besteht die Möglichkeit, bei Lumiporo Rentierfleisch einzukaufen und im nahen Pub & Restaurant lässt es sich gut und günstig speisen.

Am Abend wurden wir mit frühen Nordlichtern belohnt. Die Dämmerung hatte gerade erst eingesetzt.

Vuotso und Sodankylä

Vuotso und Sodankylä waren unsere letzten Abstecher auf unserer Reise durch das Land der Samen. Das kleine Dorf Vuotso ist bekannt für seinen Samischen Markt, welcher jeweils im August das Dorf und all seine Bewohner zum Leben erweckt. Der Marktbesuch steht ebenfalls auf meiner Bucketlist.

In Sodankylä machten wir nur kurz Halt im Shop von Kylmänen - ein Paradies für Fleischliebhaber. Hier gibt es Rentier, Elch und sonstiges Wild in allen Variationen.