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Arbeit im SnowVillage

Meine Arbeit als Tour Guide im SnowVillage ist abwechslungsreich und herausfordernd. Der Betrieb in zwei Schichten sorgt dafür, dass es keinem Guide langweilig wird - im Gegenteil, jeder Tag ist ein kleines Abenteuer.

Morgenschicht

Obwohl das SnowVillage als eines der Lapland Hotels geführt wird, unterscheidet sich die Arbeit im Eishotel doch ziemlich vom normalen Hotelbetrieb.

Die Schicht am Morgen beginnt mit den Wake-Up Calls der Gäste. Alle Gäste geben beim Check-in die gewünschte Zeit für den Weckruf an. Der Guide weckt zusammen mit dem Nachtrezeptionisten die Gäste und bringt ihnen heissen Beerensaft ans Bett. Meistens sind aber die Übernachtungsgäste schon vor ihrem Weckruf auf und auf dem Weg zum Frühstück. Nun prüft der Guide die Zimmer, rückt die Vorhänge zurecht und sammelt die Nachtdecken ein, um diese später zum Trocknen aufzuhängen. Nicht selten vergessen die Gäste, ihre Schlafsäcke und Kissen ins warme Haus zurückzubringen und der Guide muss diese einsammeln und ins warme Haus schleppen.

Im warmen Haus hängt der Guide die Schlafsäcke zum Trocknen und Auslüften auf, sammelt die benutzten Handtücher und Innenschlafsäcke ein und transportiert diese mit dem Snowmobil zur Wäscherei. Bei über 30 Übernachtungsgästen kann dies schon eine Weile dauern. Auch sind die Weckzeiten oft sehr unterschiedlich, sodass das Aufräumen der Zimmer ebenfalls viel Zeit in Anspruch nimmt. Bis 10.00 Uhr müssen die Zimmer geräumt und für die Tagesbesucher bereit sein.

Zurück im Hauptgebäude müssen die Nachtdecken aufgehängt und die Innenschlafsäcke sowie Handtücher gewaschen werden.

Vielfach findet um 10.00 Uhr die erste geführte Tour statt, auf welcher der Guide die Gäste durch das SnowVillage führt und ihnen in 30 Minuten einen Einblick in die Arbeit mit Schnee und Eis vermittelt.

Zwischen den geführten Touren hilft der Guide an der Rezeption mit, reinigt die vermieteten Häuser rund ums SnowVillage, kleidet Gäste  mit Overalls und Stiefeln ein, holt das Gepäck der Gäste in den Häusern ab oder führt die Gäste zu den Treffpunkten der Safaris.

Jeweils dienstags und freitags Nachmittag hält der Guide von der Morgenschicht die Lektionen im Eisbildhauen. Rund 10 Gäste können an dieser Aktivität teilnehmen und aus einem Eisblock ihre eigene Statue oder ihr eigenes Kunstwerk erschaffen.

Die Morgenschicht endet normalerweise zwischen 16.00 und 17.00 Uhr, je nach dem was der Abendschicht bevorsteht.

Abendschicht

Meistens sind in der Abendschicht zwei Guides eingeteilt. Sie beginnen ihre Schicht um 14.00 Uhr.

Als Erstes bereiten sie das warme Haus für die ankommenden Gäste vor - sie reinigen das warme Haus und legen die Schlafsäcke, Innenschlafsäcke, Kissen und Handtücher bereit.

Oft reisen die Gäste, welche die Häuser rund ums SnowVillage mieten, früh an und die Guides fahren sie mit Snowmobil und Schlitten oder mit dem Firmenauto zu den Häusern und erklären ihnen alles, was sie zu den Häusern wissen müssen.

Bei Hochzeiten helfen die Guides den Bräuten in den Rentierschlitten und sorgen dafür, dass sie entsprechend dem Zeitplan fristgerecht zur Zeremonie erscheinen. 

Geführte Touren durch das Village stehen auch am Nachmittag an. Dazwischen gehört es auch zur Aufgabe der Abendschicht, die Zimmer für die nächste Nacht zu zuteilen. Die Guides kennen die Zimmer am Besten und können die Zimmerliste schnell erstellen. 

Um 17.00 Uhr starten die ersten geführten Touren inklusive Übernachtungsinstruktionen für die Gäste, welche die Nacht im Snowvillage verbringen. Die Tour dauert ca. 45 Minuten und findet ab 17.00 Uhr jede Stunde statt, solange bis die letzten Gäste eingecheckt haben. 

Jeweils sonntags, montags und mittwochs Abend besuchen uns Gruppen von Lapland Safaris Levi und Ylläs. Sie sehen sich im Eiskino einen Film über die Nordlichter an und grillen Marshmellows im Tipi. Für diese Besuche bereiten die Guides in der Abendschicht das Tipi entsprechend vor.

Kurz vor 22.00 Uhr wechseln die Guides in den belegten Zimmern die Decken und schliessen die Vorhänge, damit die Gäste wissen, dass ihr Zimmer bezugsbereit ist. 


Falls in beiden Schichten Zeit bleibt, kümmern sich die Guides um den Unterhalt des Villages - sie füllen die Zimmer und Gänge mit frischem Schnee, damit der Boden nicht allzu rutschig ist, sie schaufeln den Schnee von den Dächern, sie öffnen die Luftlöcher der Iglus, sie wechseln Lampen und Kabel aus und sie reparieren Statuen.

Unvorhergesehenes liegt an der Tagesordnung. So kümmern sich die Guides auch um unangemeldete oder verspätete Gruppen oder Unfälle. Eine Tagesplanung ist meist nicht möglich. Doch gerade dieser Aspekt hält den Alltag spannend und herausfordernd. Auf der einen Seite stehen die Aufgaben im Kundenservice und der Hotellerie, auf der anderen Seite drehen sich die Aufgaben auch um den Unterhalt des Schneedorfes und der Iglus. Wer sich nie zuvor mit Schnee und Eis befasst hat, wird staunen, wie vielfältig die Arbeit mit Schnee und Eis tatsächlich ist.

Bei gutem Wetter findet man die Guides ab und zu auch auf den Dächern der Iglus, um Sonne zu tanken oder einen schönen Sonnenuntergang zu geniessen.